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Ulrich Stockem

Ulrich Stockem legte beide Staatsexamina für das Lehramt für die Sekundarstufen I und II ab (Chemie, Sozialwissenschaften, Sport, Pädagogik). Zusätzlich schloss er die Studiengänge „Diplom-Pädagogik“ und M. A. im Bereich Schulmanagement und Qualitätsentwicklung ab. Er absolvierte eine Grundausbildung „Suggestopädie“ bei Claudia Dostal sowie eine Ausbildung in systemischer Beratung.
Ulrich Stockem arbeitet heute als Schulleiter an einem Gymnasium in Mülheim an der Ruhr und war zuvor einige Jahre als Leiter einer Gesamtschule in Duisburg tätig. Schulmanagement NRW setzt ihn als Schulleiter-Coach ein.

Schule zwischen Individualisierung, Instruktion und Kooperation

Unterrichtentwicklung unter Einbeziehung suggestopädischer Ansätze

In den Schulen Deutschlands vollzieht sich ein Paradigmenwechsel: War es bisher vornehmlich die Aufgabe eines Lehrers, Klassen zu unterrichten, ist dieser nunmehr aufgefordert, Individuen zu fördern. Diese Forderung lässt sich an veränderten Schulgesetzen belegen. Hilbert Meyer merkt in diesem Zusammenhang an, dass Unterricht nicht einer „Monokultur“ entsprechen sollte, sondern eher als „Mischwald“ zu gestalten sei. Damit meint er, schulischen Unterricht so anzulegen, dass individualisierende, instruktive und kooperative Elemente gleichermaßen zum Tragen kommen. Lernarrangements zielen dabei auf „Schüleraktivierung“ ab, die jedoch ohne ein stabiles Wissens- und Methodengerüst (Scaffold) nicht erreichbar ist: Flexibilität und Struktur sind gleichermaßen gefragt. Mit dieser Veränderung einher verläuft im Anschluss an Comenius der Perspektivwechsel von der „Lehrkunst“ (Didaktik) zur „Lernkunst“ (Mathetik).

Welchen Beitrag zur Entwicklung schulischen Lernens bieten suggestopädische Ansätze? Erfahrungen mit dem Einsatz der Methode im schulischen Kontext bieten die Möglichkeit zu beurteilen, inwieweit Lehrerinnen und Lehrer als Konstrukteure, Schülerinnen und Schüler als Rezipienten schulischer Lernprozesse fungieren. Grundsätzlich erfordert suggestopädisches Handeln eine mathetische Perspektive; Schülerinnen und Schüler verlassen in entsprechenden Unterrichtseinheiten die Rolle, ausschließlich Rezipienten schulischer Lernarrangements zu sein. In der Regel dominiert jedoch auch bei der Anwendung suggestopädischer Methoden (z. B. Planung des Kreislaufs) die Lehrerrolle, Konstrukteur des Gesamtprozesses zu sein.

Übernehmen Schülerinnen und Schüler verstärkt die Rolle, Konstrukteure ihrer Lernprozesse zu sein, verändert sich die Lehrerrolle: Lehrerinnen und Lehrer sind als Coaches oder Lernbegleiter gefragt. Anhand eines konkreten Unterrichtsvorhabens wird aufgezeigt, wie dieser Rollenwechsel gestaltet werden kann. Filmsequenzen, Plakate und von Schülern erstellte Materialien ermöglichen einen Einblick in den Versuch, Unterrichtsentwicklung mithilfe suggestopädischer Ansätze im Sinne selbstständigen und eigenverantwortlichen Lernens voranzutreiben.

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