2. Aufbauausbildung (im Rahmen der Anerkennung zum/zur Ausbildungstrainer/-in für Suggestopädie)
2.1 Struktur
Die Aufbausausbildung besteht aus einem Pflichtteil (Pkt. 2.3) und einem Kürteil (Pkt. 2.4).
Das, für die Anerkennung als Ausbildungstrainer/-in für Suggestopädie notwendige Erfahrungstraining (Pkt. 2.6) kann parallel hierzu durchgeführt werden. Erforderlich für die Anerkennung als Ausbildungstrainer/-in ist außerdem die Begutachtung des Unterrichts des Kandidaten/der Kandidatin durch die Ausbildungskommission (Pkt. 2.5)
Nach der Grundausbildung sollten an der Laufbahn zum/zur Ausbildungstrainer/-in potentiell Interessente erst einmal eigene Unterrichts- bzw. Seminarerfahrung sammeln. Parallel zu Ihrer eigenen Praxis können sie auch mit der Aufbauausbildung beginnen.
Bei der Aufbauausbildung handelt es sich um ein Modulsystem, das sich die Interessenten selbst zusammenstellen. Sowohl im Pflichtbereich als auch im Kürbereich können die Seminare an verschiedenen Institutionen absolviert werden. Ein Kennenlernen verschiedener Ausbildungstrainer/-innen und Arbeitsweisen wird ausdrücklich empfohlen.
Die Aufbauausbildungumfasst 160 UE, davon die Hälfte Pflicht und die Hälfte Kür, z. B. als zehn Bausteine zu je
2 Tagen (16 UE), oder auch kleinere Einheiten. Jedes Thema des Pflichtbereichs umfasst ca. 16 UE.
2.2 Lernziele
Nach Absolvierung der Aufbauausbildung Suggestopädie haben die Teilnehmenden alle in der Grundausbildung erworbenen Kenntnisse vertieft und können sie vermittelnd anwenden, Informationstage über die Methode anbieten, die suggestopädische Methode in ein Methodenspektrum einordnen und Suggestopädie sowie suggestopädische Elemente für die Planung und Durchführung von Unterricht in verschiedenen Formaten einsetzen (Unterricht an Schulen, Volkshochschulen, Universitäten, in Kurzformaten (1-2UE) und längeren Formaten (Studientage, Intensivkurse, etc.).
2.3 Themen für den Pflichtbereich
Die folgenden Themen sind für die Weiterentwicklung qualifizierter suggestopädischer Arbeit von so zentraler Bedeutung, dass sie als Pflichtveranstaltungen zu besuchen sind:
1. Vertiefende Suggestion/ De-Suggestionsarbeit (direkt und indirekt), Umgang mit Lernblockaden, nonverbale Kommunikation, Kommunikationsmodelle
2. Aktivierungen:
Eigene Aktivitäten entwickeln, die auf die individuellen Bedürfnisse und Situationen der Kursteilnehmer zugeschnitten sind, den eigenen Methodenkoffer auffüllen
3. Course Design:
Wie gestalte ich einen suggestopäischen Unterricht für verschiedene Fächer (fachfremd), z. B. Kochkurs, EDV, Sprachkurs, usw.?
Suggestopädie in verschiedenen Unterrichtsformen: Schulstunden, Volkshochschulkurse, Intensivkurse, Training.
Kritischer Überblick zu Fachliteratur und Unterrichtshilfen.
4. Lernkonzerte, Musik, Entspannung, Seminardramaturgie, Eleganz der Übergänge; Visualisierungsübungen: z.B. Zielvisualisierung, mentales Training, Fantasiereisen (gelenkte, halb gelenkte und freie Formen)
5. Aktueller Forschungsstand zum Thema Lernen und Gehirn, multiple Intelligenzen, Stressmanagement; Suggestopädie und verwandte Lehrmethoden z. B. TZI, Gestaltpädagogik, Montessori-Pädagogik
2. 4 Vorschläge für den Kürbereich
1. Erstellen suggestopädischer Lehr- und Lernmittel
2. Lern- und Arbeitstechniken ("Das Lernen lernen"; Verknüpfung herkömmlicher Techniken mit suggestopädischen Arbeitsweisen)
3. Kulturtechniken, Kunst, Tanz, Musik
4. Kommunikationstraining
5. Erlebnispädagogik;
6. Theatertechniken, darstellendes Spiel, Theatersport, Improvisation;
7. Meditation
8. Arbeit mit der Videokamera, Videoszenarien
9. Atem- und Stimmtraining
10. Spielpädagogik (NEW GAMES....)
11. Arbeit mit Metaphern und Geschichten
... etc.
2.5 Begutachtung des Unterrichts
Nach Absolvierung des Pflicht- und Kürbereichs erfolgt die Begutachtung des Unterrichts des Kandidaten/der Kandidatin mittels eines Unterrichts-/Workshopbesuchs (z. B. beim DGSL-Kongress) durch ein Mitglied der Ausbildungskommission oder anhand eines von dem Kandidaten/der Kandidatin einzusendenen Unterrichtsmitschnitts von ca. 1 UE auf Video.
